Stellungnahme der JugZ gGmbH
zu Anscheinswaffen und Waffenläden in Köln



Anscheinswaffen

Jugendliche bringen sich (meist aus Unkenntnis)
selbst in Gefahr.

Kinder und Jugendliche, die solche Waffen mit sich führen machen sich strafbar. Problematisch ist zudem, dass sie sich vor allem selbst gefährden. Die Plastikimitate sehen so täuschend echt aus, dass selbst Fachleute der Polizei den Unterschied zur echten Waffe nur schwer erkennen können. Erst wenn man solche Anscheinswaffen in der Hand hält, erkennt man den Unterschied. In einer für Terrorismus hoch sensibilisierten gesellschaftlichen Situation kann es leicht geschehen, dass in einer Überreaktion Jugendliche, die solche Anscheinswaffen in der Schule und in der Öffentlichkeit sichtbar mit sich führen, selbst zu Schaden kommen. Aus der Entfernung können z.B. Lehrer und Betreuer nicht erkennen ob hier ein Amoklauf in Vorbereitung ist.

Wir mussten in der Vergangenheit bereits einen Vorfall beobachten, der nur mit viel Glück und der Besonnenheit der Einsatzkräfte und der Intervention unseres Mitarbeiters gut ausgegangen ist.

Der Verkauf solcher Waffen ist unmoralisch!

Die Verkäufer solcher Anscheinswaffen nehmen das oben beschriebene Risiko bewusst in Kauf. Sie wissen, dass ihre Kundschaft minderjährig ist, dass das einzige Ziel der Jugendlichen darin besteht, diese Imitate ihren Freunden zu zeigen. Es ist die Gesetzeslücke, die den Verkäufern erlaubt, solche Dinge zu verkaufen, obwohl man weiss, dass es verboten ist, diese Waffen mit sich zu führen. Nach § 42a Nr.?1 Waffengesetz dürfen Anscheinswaffen nicht in der Öffentlichkeit getragen werden.

Wenn -was niemals passieren darf- ein Jugendlicher durch die Verwechslung mit einer echten Waffe verletzt wird, tragen die Händler die Verantwortung! Sie werden sich dann mithilfe ihrer Anwälte herausreden und das darf man zu Recht unmoralisch und verwerflich nennen.

Was kann die Jugendarbeit dagegen tun?

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit gibt in ihren Einrichtungen vielen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeiten ihre Freizeit mit Spass, Spiel und "Action" zu verbringen. Echte Erlebnisse brauchen keinen "Anschein", keine Imitation. Wer Mut und Selbstwertgefühl zum Beispiel in der Kletterwand bewiesen hat, der hat es nicht nötig sich zu bewaffnen. Wer z.B. mit seinen Freunden in der ZirkusAG eine Aufführung geprobt hat, weiss was er kann, Waffen und Gewalt sind da eher hinderlich und vollkommen deplatziert. In vielfältigen Angeboten insbesondere im Bereich Sport, Erlebnispädagogik und unter Anleitung kompetenter Sozialpädagoginnen und Sozialarbeitern können sich Kinder und Jugendliche ausleben und gleichzeitig Lernerfahrungen im sozialen Kontext erleben.

In AntiAgressionsTrainings (AAT) werden Jugendliche geschult, Auseinandersetzungen ohne Gewalt auszutragen. Das ist unsere Antwort auf solche angeblichen "Geschäftsleute", die sich mit echten und imitierten Waffen mit dem Taschengeld der Jugendlichen bereichern wollen.